Ulla Lachauer: Magdalenas Blau

1933 wird Magdalena Eglin in Freiburg geboren. Das kleine Mädchen ist von Geburt an sehbehindert. Nach einer Augenoperation im Säuglingsalter verschlimmert sich die Situation. Dennoch wächst Magdalena zu einem selbstbewussten und munteren Kind heran.

Magdalenas BlauVon Verwandten wird sie als Strafe Gottes bezeichnet. Die kleine Magdalena hat seit ihrer Geburt eine Sehbehinderung. Auch eine Operation kann nicht helfen. Eher im Gegenteil. Dennoch ist Magdalena ein aufgewecktes und fröhliches Kind.
Insbesondere beim Großvater, einem Malermeister, fühlt sie sich wohl. Er bringt ihr bei die vielen Farben zu unterscheiden, die es in seiner Werkstatt gibt. Er gibt ihr Liebe und Lebensmut.
Damit gerüstet übersteht Magdalena die schrecklichen Kriegsjahre in Freiburg. Trotz ihrer Sehbehinderung findet sie sich allein in der Stadt zurecht. Sie kann mit einem Auge lesen und interessiert sich brennend für Blumen und die Gärtnerei.
Bei einem Fest lernt sie Konrad Weingartner kennen. Er ist Lehrer und gemeinsam mit ihm findet die junge, eigenwillige Frau ihr Glück. Zusammen zieht das junge Paar nach Tonberg.
Konrad übernimmt  in dem kleinen Ort die Stellung als Dorfschullehrer. Dazu gehört auch das Schreiben von Artikeln für das örtliche Blatt. Konrad liegt dies jedoch überhaupt nicht. Und so übernimmt Magdalena diesen Teil seiner Arbeit ohne das Wissen Außenstehender.
Allen Widrigkeiten und Widerständen zum Trotz beschließen die Eheleute ein Kind zu bekommen. Die Angst, dass dieses Kind ebenso sehbehindert ist wie Magdalena ist nicht unbegründet. Und tatsächlich wird Lukas mit dem gleichen Sehfehler geboren wie seine Mutter.
Nichtsdestotrotz lieben ihn Magdalena und Konrad. Und ganz besonders Magdalena gibt ihr Wissen an den kleinen Jungen weiter.

Glück und Tragik ganz nah beieinander

Die Biografie der Magdalena Eglin zeigt die Höhen und Tiefen, die Widrigkeiten und Glücksmomente im Leben. Sie zeigt, dass Tragik und Glück manchmal ganz nah beieinander liegen. Genau das macht diese Biografie so wundervoll und lesenswert.
Nicht über eine prominente Persönlichkeit wird hier geschrieben, sondern eine ganz normale Frau, mit normalen Worten, die ihr Leben in die Hand nimmt und trotz allen Kummers nicht verzagt.
Eine bewegende Lebensgeschichte, die faszinierender nicht geschrieben sein kann.

Autorenporträt
Ulla Lachauer, geboren 1951 in Ahlen/Westfalen, lebt in Stuttgart. Sie arbeitet als freie Journalistin und Dokumentarfilmerin. Buchveröffentlichungen: Die Brücke von Tilsit (1994), Paradiesstraße (1996), Ostpreußische Lebensläufe (1998), Ritas Leute (2002), Der Akazienkavalier (2008), alle bei Rowohlt.

Buchinfo
„Magdalenas Blau. Das Leben einer blinden Gärtnerin“ von Ulla Lachauer, erschienen September 2011 bei Rowohlt, Hardcover, 352 Seiten, € 19,95, ISBN: 978-3-498-03936-3

Quellen
Bild: www.rowohlt.de / Text: Susanne

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