J.R.R. Tolkien: Der kleine Hobbit

Seit dem Kinoerfolg „Der Herr der Ringe“ sind Hobbits allgemein bekannt. Auch das Vorgänger-Buch „Der kleine Hobbit“ wird bzw. ist verfilmt worden. Erzählt wird die Geschichte von Bilbo Beutlin – Frodos Vormund – und wie er in den Besitz des Rings gelangte, den Frodo später vernichten muss.

Der kleine HobbitZauberer Gandalf taucht eines Tages beim gemütlichen Bilbo Beutlin auf und wählt den gemütlichen Hobbit ohne dessen Wissen für eine abenteuerliche Reise aus. Wenig später finden sich 12 Zwerge bei Bilbo ein und entwerfen ganz zu seinem Staunen einen Reiseplan. Der Schatz der Zwerge soll vom Drachen Smaug am einsamen Berg zurück erobert werden. Keine einfache Aufgabe, doch mit Bilbo, dem angeblichen Meisterdieb, soll sie gelingen.
Eher unfreiwillig schließt sich Bilbo dem Zwergendutzend an. Die Reise führt sie bald ins Nebelgebirge. Nach einem Zusammenstoß mit den üblen Orks trifft Bilbo auf das seltsame Geschöpf Gollum. Und er findet den schicksalhaften Ring. Bald weiß er auch um die Zauberkraft die dem Ring innewohnt. Diese nutzt er, um sowohl sich selbst als auch die Zwerge aus dieser Klemme zu befreien.
Nach dem Nebelgebirge warten einige erholsame Tage bei … auf Bilbo, Gandalf und die Zwerge. Dann verabschiedet Gandalf sich und die kleinen Reisenden müssen allein durch den geheimnisvollen Nachtwald ziehen. Auch hier lauern jede Menge Gefahren und wieder rettet Bilbo seine Reisegefährten aus der Gefangenschaft. Gleich zweimal kurz hintereinander.
Endlich angekommen in Seestadt, nicht weit vom einsamen Berg und dem Drachen Smaug, macht die Reisegesellschaft noch einmal eine Pause, bevor sie sich an den letzten und wichtigsten Teil ihrer Aufgabe widmet.
Und auch hier erweist sich der kleine Bilbo zu aller Überraschung – auch zu seiner eigenen – einmal mehr als ein Hobbit mit Mut und dem Herz auf dem rechten Fleck.

Zauberhaft, lebendig und liebvoll

Eine zauberhafte und fantastische Geschichte über einen kleinen Mann der über sich hinaus wächst. Der entdeckt, dass so viel mehr in ihm steckt als er je geahnt hätte. Und dass er ohne die unfreiwillige Reise niemals herausgefunden hätte.
Lebendig und detailreich beschreibt Tolkien sowohl die Landschaften als auch die ungewöhnlichen Protagonisten des Buches. Liebevoll zeichnet er diese Reise, gespickt mit Humor und der notwendigen Dramatik und Spannung.
Rundum gelungene Lektüre für groß und klein.

Autorenporträt

John Ronald Reuel Tolkien wurde 1892 in Bloemfontein, Südafrika, geboren. Nach dem Tod seines Vaters kehrte die Familie wieder nach England, in die Nähe von Birmingham, zurück. Tolkiens herausragende Sprachbegabung wurde schon früh entdeckt und nach Schulabschluss beherrschte er neben Englisch noch neun weitere Sprachen (Latein, Griechisch, Spanisch, Deutsch, Französisch, Altenglisch, Altnordisch, Isländisch und Finnisch).

Bevor Tolkien sich 1916, während des Ersten Weltkrieges, bei den Lancashire Fusiliers meldete, schloss er sein Studium ab. Die Teilnahme am Kriegsgeschehen veränderte den jungen Mann und beeinflusste seine künstlerische Entwicklung entscheidend. Seine Abneigung gegen die Unmenschlichkeit und die Grausamkeit des Krieges, sein Hang zur romantischen Epoche, seine Begeisterung für die Mythologie, seine tiefe Liebe zur englischen Landschaft und sein Faible für Sprachen, all jene Charakteristika waren später typisch für sein literarisches Werk.

Von 1918 bis 1920 war er Mitarbeiter am legendären Oxford English Dictionary. Und seit 1920 lehrte er bis 1959 als Professor für englische Sprache an verschiedenen Universitäten. Während dieser Zeit publizierte er unzählige wissenschaftliche Aufsätze, die von außergewöhnlicher Kompetenz zeugen und ihm große Anerkennung einbrachten. Doch neben seinen fundierten Abhandlungen schrieb er seit den dreißiger Jahren auch kurze Texte für seine Kinder.

1937 schließlich wurde das Kinderbuch ›Der kleine Hobbit‹ (dtv junior Klassiker 7151) zum ersten Mal veröffentlicht.

»Mit witziger Psychologie führt der Autor als Hauptkonflikt in Bilbo Beutlin, dem Hobbit, den oft burlesken Widerstreit zwischen Spießer und Abenteurer aus, zwischen der Sehnsucht nach behaglich idyllischem Leben, der Angst vor Gefährdung und der Kühnheit, List und Ausdauer eines Nachkommen aus altem Herrschergeschlecht: Verantwortungsscheu contra Bewährung, die keineswegs gesucht, aber doch glänzend geleistet wird, wenn alle äußeren Hilfen versagen.« (Süddeutsche Zeitung 1971)

Der große Erfolg dieser zugleich spät- und vorzeitlichen, mythischen und total gegenwärtigen Geschichte veranlasste Tolkiens Verleger dazu, den Autor um eine Fortsetzung zu bitten. Erst 17 Jahre später wurde der Wunsch erfüllt. Mit der 1200 Seiten umfassenden Trilogie ›Der Herr der Ringe‹ legte Tolkien sein literarisches Hauptwerk vor. Wenngleich er immer offen und konstruktiv gegenüber Kritik an seinen Texten war, so wehrte er sich vehement gegen die Behauptung, seine Bücher seien allegorisch oder politisch zu verstehen. J.R.R. Tolkien verstarb 1973 im Alter von 81 Jahren in Bournemouth, wo er zuletzt gemeinsam mit seiner Frau gelebt hat.

Buchinfo
„Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien, erschienen Juli 2012 bei dtv, 336 Seiten, € 9,95, ISBN 978-3-423-21393-6

Quellen
Bild: www.dtv.de / Text: Susanne

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