Philip Oprong Spenner: Move on up

Philip stammt aus Kenia und ist noch ein kleines Kind als er seine Eltern verliert. Seine Tante nimmt ihn bei sich auf. Doch ist er mehr Leibeigener als Teil der Familie. Dennoch erfährt er in ihrer Obhut die Gnade des Schulbesuchs. Fortan wird sein Wissenshunger den Jungen immer begleiten. Auch wenn zunächst alles verloren scheint als seine Tante ihn in Nairobi einfach aussetzt.

Move on upDer Junge ist gerade einmal neun Jahre als er in Nairobi von seiner Tante allein zurück gelassen wird. Ohne Eltern oder eine andere Familie zu der er zurückkehren kann und will, bleibt ihm nur das Leben auf der Straße. Der namenlose Junge nennt sich später selbst Philip, er wird Lehrer und über sein bewegtes Leben ein Buch schreiben.
Bis es soweit ist, hält Philip sich mit Bettelei, Diebstahl und gefährlichen Gelegenheitsjobs über Wasser. Er wird teils mit einem Gefährten, teils alleine durch Kenia und Uganda reisen. Immer auf der Suche nach der nächsten Mahlzeit und einem ruhigen Schlafplatz. Er wird schließlich in einem Kinderheim ganz in der Nähe seiner Tante untergebracht. Stets darauf bedacht, dass niemand dieses Verwandtschaftsverhältnis herausfindet – denn zu seiner Tante will er nicht zurück.
Die Zustände im Kinderheim sind katastrophal. Die sogenannten Mütter wälzen sämtliche Arbeit auf die Kinder ab und überlassen diese sich selbst. Nur bei Besuchen durch Spender wahren die Erwachsenen den Schein. Sobald die Außenstehenden außer Sicht- und Hörweite sind, reißen sie sich so viele Geld- und Sachspenden unter den Nagel wie sie nur können.
Philip als einer der ältesten im Kinderheim versucht die Zustände im Rahmen seiner Möglichkeiten zu verbessern. Und hier bekommt Philip auch die Chance wieder eine Schule zu besuchen. Lange Kämpfe sind dafür notwendig. Und ein gutes Maß an Glück ist ebenfalls dabei.
Bis er nach Deutschland kommen und studieren kann, werden ihm immer wieder Steine in den Weg gelegt. Aber er erfährt trotz allem immer wieder auch die Unterstützung von verschiedenen Personen. Vor allem aber verliert Philip nie den Mut und seinen Wissenshunger.

Eine beispiellose Biografie

Es ist eine beispiellose Lebensgeschichte die hier beschrieben wird. Nur weniger Biographien zeigen so klar was alles möglich ist und wie man mit entsprechendem Engagement und Willen seinen Lebenstraum erfüllen kann.
Erschreckend lebendig berichtet Philip Oprong Spenner von seinem Leben als obdachloses Kind und nimmt den Leser mit auf eine traurige Reise durch Afrika. Eindringlich schildert er sowohl die Schwierigkeiten die er bewältigen muss, seinen persönlichen Tiefpunkt auf einer Klippe und auch die Lichtblicke in Form verschiedenster Unterstützer. Ein Fanal und Vorbild für alle, nur den Mut nicht zu verlieren und für seine Träume zu kämpfen.
Ein unglaublich bewegendes Buch, das so viel Stärke zeigt und dafür steht, was man ungeachtet seiner Herkunft und der Verhältnisse in denen man aufwächst erreichen kann.

Autorenporträt
Philip Oprong Spenner, 1979 geboren, ist Lehrer an einer Hamburger „Problemschule“. Er spricht sechs Sprachen, ist Pop-Gospelsänger und Vorsitzender eines Vereins zur Förderung von Jugendlichen in Kenia (siehe www.kanduyi-children.org).

Buchinfo
„Move on up – Ich kam aus dem Elend und lernte zu leben“ von Philip Oprong Spenner, erschienen April 2013 bei Ullstein, Taschenbuch, 368 Seiten, € 9,99, ISBN-13: 9783548374758

Quellen
Bild: www.ullsteinbuchverlage.de / Text: Susanne

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5 Gedanken zu “Philip Oprong Spenner: Move on up

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