Anekdoten aus Schottland 7: Der 1. Bootsausflug und der neue Nicht-Plan

Am nächsten Vormittag kann ich nach einem guten Frühstück tatsächlich an einer der Bootstouren teilnehmen. Das Boot ist nicht sonderlich groß und die Teilnehmerzahl überschaubar. Touristen aus allen möglichen Ländern. Das Wetter ist etwas trübe und je weiter wir in Richtung Meer fahren auch zunehmend windig.

AaS 7

Der Kapitän spricht über die Vögel auf Longa Island

Unser Kapitän spricht ganz gut englisch und den Großteil seiner Ausführungen kann ich verstehen. Er berichtet über Gairloch und die ihm vorgelagerten kleineren Inseln. Die meisten sind unbemannt, aber nicht unbewohnt – dort brüten allerlei verschiedene Vögel. Nämlich die Vögel, deren Namen auf den enthusiastischen Listen der Ausflugsanbieter stehen. Hauptsächlich Möwen und Kormorane.

Die Anzahl geflügelten Wesen ist durchaus beeindruckend. Ich halte dennoch eher Ausschau nach einer Robbe, einem Delphin oder sogar einem Wal, die sich ab und an hierher verirren sollen.

Die Seeluft und das Schaukeln des Bootes sind schön und nehmen mir ein wenig von meiner Hektik.

Auf dem Rückweg erschallt dann tatsächlich der Ruf zu einer Delphinsichtung. Aber Delphine bleiben nun mal nicht wie erstarrt stehen. Dementsprechend ist das Tier schon wieder abgetaucht, als wir zum angegebenen Punkt blicken. Irgendwann passiert das Gleiche mit einer Robbe. Ich weiß bis heute nicht sicher, ob ich den Kopf des Tieres tatsächlich gesehen habe oder das nur Wunschdenken war.

Von der Warte aus gesehen, war der Ausflug also etwas enttäuschend. Nach knapp 2h sind wir zurück im Hafen. Ich schäle mich aus meiner Windjacke und plane meine weitere Fahrt.
Einige Punkte meiner Tour streiche ich, weil ich befürchte, dass all die vielen vorgemerkten Sachen in den noch verbleibenden Tagen nicht zu schaffen sind.

Mit meiner kleinen Knutschkugel kurve ich in den nächsten Stunden scheinbar unendliche Single-Roads entlang. Meistens an der Küste oder durch saftig-grüne Hügel. Immer wieder am Straßenrand neben den Schafen kleinere oder größere Wasserfälle. Hin und wieder halte ich an.

Bei einem meiner Stopps stoße ich zufällig auf ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen. Ich spreche die Besitzerin an und wir kommen ins Gespräch. Sie ist schon das 5. Mal in Schottland unterwegs und fährt einfach so drauf los. Ohne Plan. Sie verfügt über ein größeres Auto als ich und hat sich im Laderaum ein Bett eingerichtet, so dass sie unabhängig ist. Beneidenswert, wie ich finde.

Ich beschließe ihr nachzueifern. Ich werfe meine Sightseeing-Planung zwar nicht komplett über Bord, aber ich will wenigstens nicht mehr ständig auf die Uhr schauen und mich selber mit meinem Programm unter Druck setzen. Ich will dem Zufall eine Chance geben. Eine gute Entscheidung wie sich zeigt.

Mehr Anekdoten aus Schottland findet Ihr HIER

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