Oliver Pötzsch: Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg

In Band 5 der Henkerstochter-Saga trifft sich die Kuisl-Sippe in Bamberg. Die Hochzeit des örtlichen Scharfrichters Bartholomäus soll auf Wunsch der Braut auch eine Familienzusammenführung sein. Denn Bartholomäus und Jakob Kuisl sind zwar Brüder, sich jedoch alles andere als grün. Einzig die Tatsache, dass Jakobs Sohn Georg in Bamberg lebt und arbeitet, veranlasst den Schongauer Henker mit seinen anderen Kindern sowie Schwiegersohn und Enkeln den weiten Weg auf sich zu nehmen.

Die Henkerstochter u der Teufel von BambergJakob Kuisl, seine jüngste Tochter Barbara, seine eigenwillige älteste Tochter Magdalena, deren Ehemann Simon, seines Zeichens Bader sowie deren beiden Söhne sind auf dem Weg nach Bamberg. Jakobs Bruder Bartholomäus hat zur Hochzeit eingeladen. Eigentlich eher seine Braut, die sich eine fröhliche Familienfeier wünscht. Ein sehr frommer Wunsch angesichts der beiden griesgrämigen und sturköpfigen Geschwister, die seit Jahren durch einen Streit entzweit sind.
In gewisser Weise ist es da gar nicht so verkehrt, dass justament in diesen Tagen die Stadt Bamberg von grausigen Verbrechen erzählt. Angesehene Patrizier und Frauen verschwinden und an verschiedenen Orten tauchen Leichenteile auf. An diesen sind mysteriöse Spuren zu sehen, welche Jakob und Bartholomäus fachkundig als Folterspuren erkennen.
Dank der abergläubischen Bevölkerung macht bald das Gerücht die Runde, ein Werwolf treibe in Bamberg und Umgebung sein Unwesen. Der fanatische  …  will sich dies zu Nutze machen, um unliebsame Zeitgenossen und Konkurrenten auszuschalten und so seine eigene Position zu festigen. Wie vor etwa 30 Jahren bei den berüchtigten Bamberger Hexenprozessen ruft er eine Malefizkommission ins Leben, die bestimmen soll, wer verhaftet und der peinlichen Befragung unterzogen werden soll. Mit einer Belohnung für jeden Hinweis auf einen Werwolf schürt er unter den Bambergern zusätzlich Unruhe.
Simon, der dank seiner Freundschaft zum Bamberger Medicus, Zugang zum Rathaus, zu Sitzungen und auch zum Bamberger Weihbischof hat, bekommt auf diesem Wege ebenso interessante wie beängstigende Informationen. Die junge Barbara hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen Schauspieler, der wenig später als Werwolf in den Kerker wandert. Ihm stehen Folter und Tod bevor. Barbara läuft weg und will erst wieder zurück kehren, wenn ihr Vater den Geliebten gerettet hat.
Wenn auch widerwillig, so setzt die Kuisl-Sippe nun alles daran, das Rätsel um den vermeintlichen Werwolf aufzuklären.

Unterhaltsam wie eh und je

Wenn auch das Buch ziemlich viele Seiten hat, so ist die Lektüre doch kurzweilig wie bei jedem Roman der Henkerstochter-Saga.
Die eigenwilligen und liebevoll gezeichneten Protagonisten aus Schongau, bekommen mürrischen Zuwachs, der einem bald ebenso ans Herz wächst. Man erfährt mehr über die Vergangenheit der Henkerssöhne Jakob und Bartholomäus. Insbesondere Jakobs Empfinden, seine ursprünglichen Pläne, sein Handeln werden näher beleuchtet.
Die Story selbst ist ein großes Puzzle und Verwirrspiel. Sie birgt ein wenig die Gefahr zu viel Verwirrung zu stiften. Oliver Pötzsch arbeitet hier recht hart an der Grenze, hat sie aber meiner Meinung nach nicht überschritten. Andere Leser mögen das vielleicht nicht so sehen.
Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und die Familienzusammenkunft der Kuisls in Bamberg genossen.
Oliver Pötzsch hat im Übrigen nicht vergessen, ein paar Hintergrundinfos zu liefern. Und es fehlt auch nicht, der bereits bewährte „Reiseführer“ zu den Schauplätzen seines Romans, für den Fall, dass man in Bamberg auf den Spuren der Scharfrichterfamilie wandeln möchte.

Die gesamte Henkerstochter-Reihe

Die Henkerstochter
Die Henkerstochter und der schwarze Mönch
Die Henkerstochter und der König der Bettler
Der Hexer und die Henkerstochter
Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg
Die Henkerstochter und das Spiel des Todes

 

Autorenporträt
Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, war jahrelang Filmautor beim Bayerischen Rundfunk und lebt heute als Autor in München. Seine historischen Romane um den Schongauer Henker Jakob Kuisl haben ihn weit über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht.
Mehr zum Autor unter www.oliver-poetzsch.de

Buchinfo
„Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg“ – Band 5 der Henkerstochter-Saga von Oliver Pötzsch, erschienen August 2014 bei Ullstein
Taschenbuch: Broschur, 720 Seiten, € 9,99, ISBN-13 9783548284484
eBooK: Format: ePub, 592 Seiten, € 8,99, ISBN-13 9783843707435

Quellen
Bild: www.ullsteinbuchverlage.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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5 Gedanken zu “Oliver Pötzsch: Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg

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