Juha Itkonen: Ein flüchtiges Leuchten

Esa steht in der Mitte seines Lebens. Die Beziehung zu seiner Tochter Miia ist offenbar nicht die Beste. Also erzählt er ihr von seinem Leben. Warum alles so ist wie es ist. Gleichzeitig erzählen auch seine Eltern Esko und Liisa in jeweils eigenen Kapiteln von ihrem Leben. Immer wieder von Zeitsprüngen unterbrochen, vollzieht der Leser so die Geschichte zweier Generationen nach.

_Ein flüchtiges LeuchtenGanz zu Beginn das Bild des 26jährigen Esko, der zu den Olympischen Spielen nach China reisen darf. Als erfolgreicher Elektroverkäufer hat er sich diese Ehre verdient. Sein Lebensweg steht fest. Er ist ein echtes Verkaufstalent, will ein eigenes Elektrogeschäft, will seinen Erfolg zeigen und auch seine Sympathie mit Amerika.
Eskos erstgeborener Sohn Esa erzählt im Weiteren in Rückblenden sein Leben für seine Tochter Miia. Insbesondere das Kennenlernen ihrer Mutter Marjaana und ihre komplizierte Beziehung. Während die karriereorientierte Marjaana gegen Kapitalismus revoltiert, kann Esa das nicht nachvollziehen. Er ist dank Esko und dessen Amerika-Leidenschaft mit anderen Werten erzogen worden. Ein Reibungspunkt der immer zwischen Esa und Marjaana stehen wird. Doch Esa ist bereit zurück zu stecken. Als Marjaana ungewollt schwanger wird, übernimmt Esa die Erziehung und bleibt zu Hause. Eine ungewöhnliche Konstellation. Das Scheitern der Beziehung scheint trotz aller Bemühungen unausweichlich.
Auch Liisa, Esas Mutter, kommt zu Wort. Sie berichtet von ihren Erfahrungen und Empfindungen in der Ehe mit Esko. Und von ihrem Leben nach der Trennung von ihrem raumgreifenden Mann.

Die Lektüre war ein Kampf

Ach ja … die finnische Literatur und ich, wir werden wohl nicht so richtig Freunde. Mir ist dieses Buch einfach zu verworren. Bei noch keinem Buch habe ich mir die wichtigsten Protagonisten und deren Verhältnis zueinander aufschreiben müssen, um mich zu orientieren. Hier schon. Es hat ein Drittel des Buches gebraucht, bis ich wusste, wer die wichtigsten Personen sind, wie sie heißen und was sie miteinander zu tun haben. Sprich, wer erzählt da wem was und über wen?!
Irgendwie habe ich auch dieses Buch offenbar nach einer falschen Zusammenfassung gekauft. Nämlich der, dass angeblich beschrieben wird, wie Elektrohändler Esko sich seine Karriere aufbaut und welche Auswirkungen das auf seine Familie hat.
Tatsächlich erzählen 3 Personen zu unterschiedlichen Zeitpunkten was war und was ist. Haupterzähler ist Esa, Eskos ältester Sohn, der seiner Tochter Miia erklären will, warum alles so ist wie es ist. Dabei schweift er ab, lamentiert herum, ergeht sich in Kleinigkeiten und Ausflüchten. Die beiden Nebenerzähler, Esko und Liisa (Esas Eltern), erzählen jeweils ihre Sicht der Dinge und die aktuellen Ereignisse in ihrem Leben. Die Geschichte erstreckt sich über 2 Generationen, umfasst die Zeit von 1956 bis wann, 2010?, 2011?, 2013? Kann ich nicht sagen, ist nirgendwo genau notiert. Nur wenige Kapitel sind mit einer Jahresangabe versehen. Es ist zu Beginn nicht erkennbar, wer da jetzt erzählt. Das mag ich persönlich nicht.
Insgesamt gibt das für mich keine schöne Geschichte, keinen rechten Lesefluss, keine angenehme Lektüre. Ich habe mich durchgekämpft, durch scheinbar endlose 500 Seiten, dabei hatte ich mich echt drauf gefreut.

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Autorenporträt
Juha Itkonen, geb. 1975, ist einer der talentiertesten Schriftsteller seiner Generation in Finnland.
Sein erster Roman war für den Finlandia-Preis nominiert und gewann den Kalevi-Jäntti-Preis. Mit seinen weiteren Romanen war er nomminiert für diverse finnische Literaturpreise und gewann u. a. den State Fiction Award sowie den Ehrenpreis des Finnischen Schriftstellerverbands. Eine Auswahl seiner Werke erschien auch in Norwegen und Schweden. Juha Itkonen hat außerdem ein Kinderbuch mit seiner Frau, der Grafikerin Maija Itkonen, und zuletzt ein Theaterstück geschrieben. Aktuell arbeitet er an seinem sechsten Roman.

Buchinfo
„Ein flüchtiges Leuchten“ von Juha Itkonen, erschienen Oktober 2014 bei Droemer
Hardcover: 544 Seiten, € 19,99, ISBN: 978-3-426-19989-3
eBook: 544 Seiten, € 17,99, ISBN: 978-3-426-42575-6

Quellen
Bild: www.droemer-knaur.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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