Alexandre Dumas: Ein Liebesabenteuer

Die Bekanntschaft mit der Schauspielerin Lilla bringt Alexandre Dumas´ Leben ziemlich durcheinander. Angezogen von der hübschen Person und ihrer ungewöhnlichen Persönlichkeit begibt er sich mit ihr auf eine Reise durch Westeuropa. Dabei gibt er viel von sich preis und findet eine neue Freundin.

_Ein LiebesabenteuerEigentlich will Alexandre Dumas gerade gar nicht bei der Arbeit gestört werden. Doch als ein Diener ihm einen ausnehmen hübschen weiblichen Gast meldet, lässt Dumas sich erweichen. Auf ihn wartet die ebenso gutaussehende wie unkonventionelle Lilla Budylowski. Die junge Frau stammt aus Ungarn, ist Schauspielerin und für einige Zeit in Paris zu Besuch. Dank seiner europaweiten Bekanntheit sucht sie auch den Theaterschriftsteller Alexandre Dumas auf. Ihrer Bitte diverse Empfehlungsschreiben zu verfassen, kommt er gerne nach.
Gleichzeitig kommen bereits erste Gefühle auf, die sich in einem charmanten verbalen Schlagabtausch zeigen. Lilla hat den älteren und als Frauenhelden betitelten Dumas als ihren Stadtführer und Begleiter auserwählt, solange sie in Paris weilt. Nur zu gern lässt sich Dumas darauf ein und die beiden verbringen ungebührlich viel Zeit miteinander.
Damit nicht genug. Als Lilla abreisen muss, beschließt Dumas sie zu begleiten. Per Bahn und Schiff fahren die Beiden durch Westeuropa, bis zu ihrem Ziel Mannheim. Während der vielen Wochen entspinnt sich eine innige Freundschaft, wenn nicht gar geschwisterliche Liebe zwischen der jungen Frau und dem älteren Mann.

Charmant und lebendig

Alexandre Dumas (pere) hat mich mit seinem Liebesabenteuer schwer beeindruckt. Bei Büchern die vor dem 20. Jahrhundert geschrieben wurden, befürchte ich in der Regel immer, sie seien etwas dröge, langatmig und schwer lesbar. Oft ist die Lektüre denn auch eine kleine Herausforderung. In diesem Fall bin ich jedoch völlig von den Socken, denn „Ein Liebesabenteuer“ ist im Grunde das genaue Gegenteil.
Die Lektüre ist äußerst unterhaltsam und kurzweilig. Dumas schreibt überaus charmant und lebendig. Die Konversationen sowie die Schilderung von Anekdoten sind sehr erfrischend. Seine Berichte über Lebensgewohnheiten sind anschaulich. Insbesondere über seine Tirade zum Thema Kaffee und Zichorie habe ich mich köstlich amüsiert. Ich habe mich an seine Seite versetzt gefühlt, bin mit ihm den Rhein entlang geschippert und habe seinen Geschichten gelauscht.
Dieser arbeitswütige Schriftsteller, Frauenheld und auch Hallodri war mir überaus sympathisch. Ebenso seine weibliche Reisebegleitung, die erfreulicherweise nicht die seinerzeit übliche Zurückhaltung an den Tag legt.
Mancher mag die Geschichte nicht sonderlich spannend finden oder einfach belanglos. Aber mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und ich empfehle es jedem weiter, weil es eine schöne und fröhliche Ausnahme zwischen den vielen eher düsteren Klassikern ist.

Vielleicht interessiert Dich die Geschichte des echten Grafen Monte Christo = Alexandre Dumas? Dann schau doch mal bei „Der schwarze General“ rein.
Oder darf es ein Klassiker sein?
Emily Brontë: Sturmhöhe
H.G. Wells: Die Insel des Dr. Moreau

Autorenporträt
Alexandre Dumas (1802–1870) erhielt nur eine dürftige Schulbildung, feierte aber schon 1824 rauschende Erfolge als Theaterautor. Ab 1844 schuf er mit Abenteuerromanen wie «Die drei Musketiere» und «Der Graf von Monte Christo» Klassiker der Unterhaltungsliteratur. Ihm werden zahllose Affären nachgesagt.

Buchinfo
„Ein Liebesabenteuer“ von Alexandre Dumas, erschienen November 2014 bei Manesse
Hardcover: Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 208 Seiten, € 19,95, ISBN: 978-3-7175-2190-7
eBook: Format: epub, € 15,99, ISBN: 978-3-641-15126-3

Quellen
Bild: www.randomhouse.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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