Ecu/Gal: Ciao Santa Cruz, Hola Isabela!

19. Oktober 2015

Eigentlich sollte es heute zur Tortuga-Bay gehen. Aber ich habe mit Cesar schon über meine nicht vorhandene Kondition gesprochen und obwohl die Sonne nicht die ganze Zeit vom Himmel knallt, ist es in der Zeit, wenn sie es tut, extrem heiß und anstrengend. Also machen wir stattdessen einen Ausflug zu einer kleinen Lagune namens Las Grietas in der sich Salz- und Süsswasser vereinen.

Zuerst aber geht es zum Fischmarkt. Was ich da immer als Vorstellung habe! Mich erwartet nicht wie gedacht eine Markthalle voller Fischhändler und Unmengen an Meerestieren. Der Fischmarkt ist beschränkt auf ca. 10-15 m² und es gibt hauptsächlich Hummer. Weil man mit dem am meisten Geld verdienen kann. Die Tiere leben natürlich noch und liegen in der Sonne. Auf einem Betontisch liegen außerdem ein paar tote Fische und in Kühlbehältern hinter dem Tisch liegen noch einige mehr. Auf dem Tisch werden die Tiere je nach Kundenwunsch filetiert oder zumindest der Kopf abgehackt und gewogen.

Rundherum stehen gierige Pelikane und das abgemagerte Seelöwenbaby vom Vorabend. Die Vögel versuchen immer wieder sich einen Fisch oder ein Stück davon vom Tisch zu schnappen. Auch der kleine Seelöwe linst ständig nach einer Mahlzeit. Er wird auch tatsächlich gefüttert. Die Pelikane stattdessen werden mit einer Fliegenklatsche in Schach gehalten, damit sie dem Kleinen nichts wegfressen.

Anschließend setzen Cesar und ich mit einem Wassertaxi zum Angermeyer Waterfront über. Eine Landspitze, die man nur übers Meer erreicht. Aber die Überfahrt dauert nur 1 Minute. Von dort startet unser Spaziergang nach Las Grietas. (Für mich ist der Angermeyer-Point ein wichtiger Ort, denn ich habe im Vorfeld die Geschichte dazu gelesen. Vier Brüder der deutschen Familie Angermeyer sind in den 30er Jahren nach Galapagos ausgewandert. Sie ließen sich auf Santa Cruz nieder und waren mit die ersten Siedler auf der Insel. Die Häuser von zwei der Brüder sind heute Lokale bzw. gehören zu einem Hotel und der naheliegende kleine Strandabschnitt ist nach ihnen benannt: Playa de los Alemanes. Wen die Geschichte interessiert: „Kurs Galapagos. Das abenteuerliche Leben der Gebrüder Angermeyer“ von Matthias Stolt)

Las Grietas: so peaceful

Vorbei am malerischen „Strand der Deutschen“, einem Salzsee und durch Kakteenwälder gelangen wir nach Las Grietas. Die Lagune ist sehr schmal, etwa 3m breit und rechts und links ragen ca. 15m hohe Felswände in den Himmel. Wir sehen sie erst von oben und steigen dann die Treppen hinunter. Auch hier ist natürlich alles auf Touristen ausgelegt. Doch so früh ist glücklicherweise außer Cesar und mir nur noch ein anderer Schwimmer da. Dafür gibt es drei Aufpasser. Einer verleiht wohl Schnorchelausrüstung, und die anderen beiden arbeiten für den Nationalpark und passen auf, dass kein Touri Unfug macht.

Ich verzichte aufs Schnorcheln nach meiner ersten Erfahrung auf San Cristobal. Das Wasser ist ohnehin extrem klar. Sogar vom Steg aus können wir einen Papageifisch sehen. Er schillert in schönen Blautönen und Cesar erklärt mir, dass es ein Weibchen ist. Nach ein bisschen Fische beobachten, gehe ich schwimmen. Das Wasser hat eine wunderbare Temperatur, der Salzgeschmack ist nicht übermäßig. Es ist unglaublich sich auf dem Rücken treiben zu lassen und an den Felswänden nach oben zu schauen. Abgesehen vom gelegentlichen Plätschern, wenn der andere Schwimmer sich bewegt, ist es still. So peaceful, wie ich auch an vielen anderen Orten auf Galapagos bemerke.

Nach knapp 45 Minuten ist es mit der Ruhe vorbei. Eine Truppe Menschen fällt regelrecht in die Lagune ein. Sie unterhalten sich und lachen und kreischen und es hallt von den Wänden. Von dem Papageifisch ist nichts mehr zu sehen.

Total cool auf dem Speedboot

Zeit zu gehen. Der Lunch im Hotel ruft und am Nachmittag setze ich schon auf die nächste Insel über: nach Isabela. Auf dem Speedboot bin ich die coolste Socke überhaupt. Ich sitze auf dem Platz, den Cesar mir angeraten hat, schlüpfe gelangweilt in die Schwimmweste, lehne ganz easy die Kotztüte ab, die verteilt wird, stecke meine Ohrstöpsel ein – und kaue auf meinem Reiseübelkeitskaugummi rum. Der Pazifik ist heute etwas wild, die Wellen höher als gestern. Aber mit Chester Bennington, der einem ins Ohr brüllt, ist das eine unvergessliche Überfahrt.

Am Pier von Isabela empfängt mich – niemand. Hä? Etwas verloren stehe ich am Anleger rum und suche auf den Schildern der anwesenden Guides meinen Namen. Nichts. Ist da was schief gelaufen? Ich bin etwas unruhig, denn ich habe keine Ahnung wie mein Hotel hier heißt. Geschweige denn wo es liegt. Immerhin kann der Pinguin, der hier durchs Wasser flitzt mich etwas ablenken.

Ein paar Minuten später steht da aber ein Sunnyboy mit langen wilden Haaren, einer Kaffeetasse in der Hand und einem strahlenden Lächeln. Das ist Ricardo, mein neuer Guide. Yeah! Endlich mal was fürs Auge.

Wir fahren gleich als erstes zur Flamingolagune. Dort stehen tatsächlich 10 Flamingos im Wasser. Das ist wohl gar nicht so oft der Fall. Es gibt nicht sonderlich viele davon auf Galapagos und sie sind eben nicht immer da. Natur eben. Unberechenbar. Aber heute machen sie mir eine Freude.

Ricardo erzählt mir viel über die Tiere. Sie sind wunderschön. So elegant und grazil. Vor allem wenn sie fliegen. Es ist beeindruckend und ich bekomme etwas Gänsehaut.

Willkommen im San Vincente

Während einer kleinen Rundfahrt durch den Ort erklärt Ricardo mir ein paar Dinge darüber. Puerto Villamil ist im Vergleich zu den anderen Orten auf Santa Cruz und San Cristobal noch klein. Vieles befindet sich im Bau. Besonders Hotels bzw. Unterkünfte für Touristen werden gebaut. Die Straßen bestehen aus festgestampften Sand und gerade wird eine Wasserleitung verlegt.

Danach bekomme ich mein Hotel zu sehen, mein Zuhause für die nächsten 3 Nächte. Eine Erleichterung, nicht morgen schon wieder die Koffer packen zu müssen. Im Hotel San Vincente erwartet mich Caroline. Sie ist Britin und arbeitet seit einiger Zeit hier. Wir verstehen uns auf Anhieb. Das Hotel gefällt mir auch, ich habe sogar einen kleinen Balkon an meinem Zimmer.

Mein Abend endet am Strand. Den Sonnenuntergang verpasse ich knapp, aber mir bleibt ja in den nächsten Tagen noch Zeit.

 

Ein bisschen Werbung muss sein:
Meine Reise wurde organisiert von Sommer Fernreisen. Das erwähne ich deshalb, weil alles echt super geklappt hat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s