Jussi Adler-Oslen: Takeover

Peter de Boer ist ein Geschäftsmann, dessen Unternehmen große Konzerne im Auftrag von deren Konkurrenten vernichtet. Nicky Landsaat ist indonesischer Herkunft, wächst im kriminellen Umfeld auf und will diesem endlich entkommen. Ausgerechnet in Peter de Boers Unternehmen bewirbt sie sich. Damit beginnt ihre Verwicklung in mehrfacher Hinsicht – sowohl geschäftlich als auch gefühlsmäßig.

_TakeoverAls Geschäftsmann und Mensch ist Peter de Boer knallhart. Er führt ein erfolgreiches Unternehmen in den Niederlanden, dessen Aufgabe es ist für seine Kunden deren jeweilige ärgste Konkurrenten vom Markt zu schaffen. Dass dabei Arbeitsplätze und ganze Existenzen vernichtet werden, schert ihn wenig, solange er nur seinen Anteil erhält.
Dann jedoch wird er mit einer Aufgabe betraut, die scheinbar unmöglich ist. Für den irakischen Geheimdienst soll er einen erfolgreichen europäischen Konzern zerschlagen. Seine Weigerung fällt bald in sich zusammen. Denn das Druckmittel ist ein lange gehütetes Geheimnis aus seiner Vergangenheit.
Überdies rumort es auch in seiner Firma. Auf wen kann er sich dort wirklich verlassen? Und privat droht man ihm mit einer Klage den Freitod seiner Frau betreffend. Was ist da bloss los?
Nicki Landsaat ist eine ehrgeizige junge Frau. Sie ist indonesischer Abstammung und wächst in einer Gegend auf, in der man sich als Frau prostituiert und als Mann mit Drogen dealt und/oder Zuhälter ist. Drogenkonsum ist für beide Geschlechter quasi Pflicht. Dennoch schafft es Nicki sich weitgehend heraus zu halten und Schule und Studium zu absolvieren.
Sie bewirbt sich im Unternehmen des Peter de Boer und wird auch zum Traineekurs eingeladen. Schon von Beginn an erregt sie de Boers Aufmerksamkeit. Und das beruht auf Gegenseitigkeit.
In seiner prekären Situation wird Nicki zu Peters einziger Verbündeten. Ihr vertraut er an, welche Aufgabe er hat. Und gemeinsam stellen sie sich dem Gewirr aus Politik, Terrorismus und Geldgier.

Solide, spannende Unterhaltung

Ich sage gleich vorab ich habs nicht so mit Wirtschafts- und/oder Polit-Thrillern. Aber weil er von Jussi Adler-Olsen ist, hab ich „Takeover“ trotzdem gelesen.
Ich empfand das Buch als eine solide, spannende Unterhaltung. Es hat mich allerdings nicht mitgerissen und ich fand es nicht schlimm, wenn ich es mal beiseitelegen musste. Gemäß meiner Bewertungseinleitung gehe ich davon aus, dass liegt an den Verwirrungen politischer und wirtschaftlicher Natur die hier eine große Rolle spielen.
Ich interessiere mich nicht sonderlich für Politik und Wirtschaft und kann demnach mitunter den Zusammenhängen nicht folgen. Das schiebe ich aber nicht auf den Autor, sondern das Manko liegt meiner Meinung nach nur bei mir. (Ich kenne das von anderen Büchern.) Denn Adler-Olsens Erzählstil ist nach wie vor klasse. Die Personen sind ebenfalls wie gewohnt sehr gut ausgearbeitet. Mich wundert allerdings, dass er sich als Schauplatz die Niederlande ausgesucht hat. Ob das einzig mit dem im Buch erwähnten Flugzeugabsturz zusammen hängt, bezweifle ich.
Mir persönlich ist ein neuer Teil der Sonderdezernat Q-Reihe deutlich lieber. Was nicht heißt, das „Takeover“ schlecht ist – es hat nur nicht meinen Nerv getroffen. Ich bin aber sicher, es wird viele begeisterte Leser finden, die nicht so beschränkt sind wie ich.

 

Autorenporträt
Jussi Adler-Olsen wurde am 2. August 1950 unter dem bürgerlichen Namen Carl Valdemar Jussi Henry Adler-Olsen in Kopenhagen geboren. Er studierte Medizin, Soziologie, Politische Geschichte und Film. Bevor er 1995 mit dem Schreiben begann, arbeitete er in verschiedensten Berufen: als Redakteur für Magazine und Comics, als Koordinator der dänischen Friedensbewegung, war Verlagschef im Bonnier-Wochenblatt TV Guiden und Aufsichtsratsvorsitzender bei verschiedenen Energiekonzernen. Sein Hobby: Das Renovieren alter Häuser. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes.
1997 erschien sein erster Roman ›Das Alphabethaus‹. Er erreichte in Schweden, Holland und Finnland, Spanien, Südamerika und Norwegen sofort die Spitzen der Bestsellerlisten. Es folgten die Romane ›Firmaknuseren‹ (2003) und › Das Washington Dekret‹ (2006), bevor Jussi Adler-Olsen 2007 mit dem ersten Fall für Carl Mørck, ›Erbarmen. Die Frau im Bunker‹, einen Riesenerfolg hatte. 2008 stürmte er auch mit ›Schändung. Fasanentöter‹, dem zweiten Fall für Carl Mørck, die Bestsellerlisten, es folgten 2009 ›Erlösung. Flaschenpost von P‹, der dritte Fall für Carl Mørck, 2010 ›Verachtung. Akte 64‹, der vierte Fall für Carl Mørck, 2013 ›Erwartung. Der Marco-Effekt‹, der fünfte Fall für Carl Mørck. Im März 2015 ist der sechste Fall für Carl Mørck, ›Verheißung. Der Grenzenlose‹ in Deutschland erschienen.
Die auf zehn Teile angelegte Carl-Mørck-Serie wird seit 2012 im Rahmen einer europäischen Co-Produktion (Zentropa und ZDF) für Kino und Fernsehen verfilmt. Die Verfilmungen von ›Erbarmen‹ (2013) und ›Schändung‹ (2014) wurden Riesenerfolge.
Jussi Adler-Olsens Werk wurde bereits mit vielen angesehenen Literaturpreisen im In- und Ausland ausgezeichnet, u. a. mit dem Harald-Mogensen-Krimipreis 2009 für ›Erlösung‹, dem Reader’s Bookprize 2010, einem der bedeutendsten Literaturpreise Dänemarks, dem Glass Key Award 2010 – dem bedeutendsten Krimipreis Skandinaviens. Jussi Adler-Olsen ist außerdem Preisträger des Goldenen Lorbeers 2011, der wichtigsten literarischen Auszeichnung Dänemarks für das Gesamtwerk eines Autors, in Frankreich erhielt er bereits mehrmals in Folge den Elle-Leserpreis. Für ›Erbarmen‹, den Auftakt seiner Thriller-Reihe um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q, erhielt Jussi Adler-Olsen 2012 den Barry Award in der Kategorie ›Bester Roman‹. Im März 2015 wurde er mit dem Ripper Award ausgezeichnet – dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur.
Mit seinen Büchern steht Jussi Adler-Olsen in Deutschland seit Jahren auf den Jahres-Bestsellerlisten. Seine Bücher wurden in über vierzig Länder verkauft

Buchinfo
„Takeover. Und sie dankte den Göttern…“ von Jussi Adler-Olsen, erschienen September 2015 bei dtv
Hardcover: 608 Seiten, € 19,90, ISBN 978-3-423-28070-9
eBook: epub, 656 Seiten € 15,99, ISBN 978-3-423-42869-9

Quellen
Bild + Autorenporträt: www.dtv.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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