MoFra: Kopfkino?

montagsfrage_banner

Neue Woche, neues Glück. Das gilt diese Woche wohl ganz besonders, wo so viele Aktionen zum Tag des Buches am 23. April stattfinden. Mein Gewinnspiel startet ja erst am Samstag – also genug Zeit um in Ruhe die Montagsfrage von Svenja aka Buchfresserchen zu beantworten. Bzw. auch heute hat sie sich Hilfe geholt und lässt eine Frage von Dark Fairy beantworten: Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?

Also Kopfkino läuft bei mir automatisch wenn ich ein Buch lese. Da muss ich mich nicht anstrengen oder mich bewusst darauf einlassen oder daran denken. Wenn einer was von einer grünen Wiese mit Wildblumen schreibt oder einem Fenster vor dem Schneeflocken dicht an dicht herabfallen, dann sehe ich das. Ich sehe auch jeden aufgeschlitzten Bauch aus dem die Gedärme hängen und dafür eine Puppe reingestopft wurde oder herausgerissene Augen.
Unterschiede gibt es lediglich in der … hmmm, ich nenne es mal Tiefe. Ich vergleiche das mit einem Blick ins Wasser:
Man kann im Trocknen auf dem Bootssteg sitzen, von oben ins klare (oder auch trübe) Wasser blicken und Fische beobachten. Dabei bekommt man einen gewissen Eindruck von dem was dort passiert.
Man kann aber auch ins Wasser reingehen. Mit Schnorchel und Taucherbrille bewaffnet dümpelt man an der Oberfläche. Man sieht zwar immer noch nur von oben, was passiert, aber man ist schon deutlich näher dran. Es ist greifbarer.
Und dann kann man sich natürlich mit Tauchausrüstung direkt ins Geschehen stürzen. Dann ist man mittendrin, scheinbar ein Teil des Ganzen. Dann hat man mitunter Mühe sich wieder an die Oberfläche, an die Realität zu kämpfen. Man sagt ja nicht umsonst „in ein Buch eintauchen“.
Ob ich auf dem Steg sitze, Schnorchel oder Tauche, entscheide aber nicht ich bewusst, sondern das Buch bzw. der Autor mit seiner Geschichte und dem Schreistil. Am Liebsten sind mir natürlich die Tauch-Bücher. Bücher mit denen ich in die falsche U-Bahn einsteige oder meine Haltestelle verpasse. Bücher, bei denen ich mich erstmal orientieren muss, wo ich überhaupt bin, wenn ich den Kopf hebe. Aber ich wäre wohl überfordert, wenn jedes Buch so wäre.

Es gibt aber auch Bücher, da stehe ich scheinbar 100m vom Ufer entfernt und sehe gerade mal das Wasser glitzern. Hinter Bäumen. In der Nacht bei funzeligem Mondlicht. Das sind Bücher bei denen ich mich beispielsweise nicht richtig konzentrieren kann, wo das Kopfkino ständig stockt. So ein Buch lese ich gerade, obwohl es einen so verheißungsvollen Titel hat wie „Das Haus der zwanzigtausend Bücher“.

 

Wie siehts bei Euch aus? Läuft Euer Kopfkino automatisch los, wenn Ihr ein Buch aufschlagt? Oder müsst Ihr Euch dafür bewusst entscheiden?
Advertisements

4 Gedanken zu “MoFra: Kopfkino?

    • Hi Tiana,
      Lesen ohne Kopfkino geht schon. Irgendwie. Ich lese gerade ein Buch wo es damit so gar nicht klappen will. Die Beschreibungen drehen sich um so theoretischen Kram, um Weltanschauungen und wer wann was in welchem Brief oder Artikel geschrieben hat. Es wird so mit Namen um sich geworfen, dass keine Geschichte entsteht in meinem Kopf.
      Viele Grüße
      Sanne

      Gefällt mir

  1. Pingback: Sasha Abramsky: Das Haus der zwanzigtausend Bücher | Wortgestalten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s