F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby

„Der große Gatsby“: Die Geschichte um den reichen Mann und seine Jugendliebe spielt nur einen Sommer lang. Einen Sommer der es in sich hat. Erzählt wird das ganze aus der Sicht des Nachbarn Nick Carraway, der ganz unfreiwillig darin verwickelt wird.

Der große GatsbyNick Carraway stammt eigentlich aus dem Mittleren Westen, will aber an der Ostküste das Wertpapiergeschäft erlernen. Er zieht nach New York und findet eine günstige Bleibe auf der East Egg genannten Halbinsel. Auf dem Pendant West Egg lebt sein Studienfreund Tom Buchanan mit seiner Frau Daisy. Sie ist gleichzeitig eine entfernte Cousine von Nick.
Direkt neben Nicks bescheidener Behausung lebt ein Mann namens Gatsby. Sein Domizil ist ungleich größer und ständig gibt er Partys, die bis in die frühen Morgenstunden dauern. Geladene und ungeladene Gäste besuchen die großzügigen Partys. Mangels handfester Informationen kursieren die übelsten Gerüchte über den Gastgeber.
Auch Nick ist Gast bei Gatsby, obwohl dessen verschwenderischer Lebensstil nicht seine Sache ist. Dennoch freunden sich die beiden gleichaltrigen Männer an.
Als Gatsby erfährt, dass Nick mit Daisy bekannt ist, bittet er ihn um einen Gefallen. Nick soll seine Cousine allein zum Tee einladen. Und Gatsby wird dann wie zufällig ebenfalls auftauchen. Denn die beiden sind sich bereits früher begegnet und waren für kurze Zeit ein Paar. Doch Gatsby war damals Soldat und wurde nach Europa in den Großen Krieg geschickt. Als er endlich zurückkehrte war Daisy bereits verheiratet. Vergessen konnten sich die beiden jedoch nie.
Nick wird zum Komplizen für die Liaison der beiden. Und er wird auch Zeuge der Affäre von Tom Buchanan. Nach nur wenigen Wochen kommt es zur Entscheidung.

Klassiker, aber keine schwere Kost

Schon wieder ein Klassiker. Dieses Mal fühle ich mich noch ein wenig unwürdiger, das Buch zu bewerten als bei anderen Klassikern. Ich weiß nicht recht warum, vielleicht liegt es am Buchtitel. Wer maßt sich über den „großen Gatsby“ Kritik an?!
Erst vor wenigen Wochen kam die Hollywood-Neuverfilmung des Buches im TV und ich habe noch überlegt, ob ich sie mir ansehen soll. Ich entschloss mich dagegen und bin im Nachhinein froh darüber. Damals stand das Buch schon in meinem Regal und ich wusste so gut wie gar nichts über die Geschichte. Und das wollte ich mir auch nicht verderben.
Die Story tröpfelt im Grunde die ersten beiden Drittel des Buches auch einfach so hin. Ich begann mich schon zu fragen, ob da noch „irgendwas kommt“. Und schwupp, nahm die Story auch Fahrt auf. Das Ende hatte dann einen schönen Überraschungseffekt – eben weil ich von der Geschichte nichts wusste.
Sprache und Ausdruck haben mir sehr gut gefallen und ich fand das Buch gut zu lesen. Ich habe schon mal erwähnt, dass ich bei Klassikern immer an „schwere Kost“ denke. Das traf hier nicht zu.
Die Protagonisten Gatsby und Daisy kamen mir die ganze Zeit vor wie verwöhnte Kinder. Die eine weiß nicht was sie will und bekommt darob alles. Und der andere hat überzogene Vorstellungen und ist beleidigt, wenn diese nicht erfüllt werden. Einzig normal scheint Nick, der in der Welt von Gatsby und Daisy aber eben auch wie ein Fremdkörper wirkt. Wirklich zugehörig fühlt er sich weder dem einen noch dem anderen.
Mir hat das Buch gefallen. Ich kann es durchaus weiter empfehlen.
Wer eine fundiertere Besprechung des Werkes haben möchte: die wird im Übrigen im Buch mitgeliefert. Gleichzeitig mit ein paar Informationen zum Autor Scott Fitzgerald.

Noch mehr Klassiker:

James Joyce: Dubliner
Alexandre Dumas: Ein Liebesabenteuer
Emily Bronte: Sturmhöhe
H.G. Wells: Die Insel des Dr. Moreau

Autorenporträt
F. Scott Fitzgerald, geboren am 24. September 1896 in St. Paul, Minnesota, studierte an der Princeton University Literatur, brach das Studium aufgrund seiner Leidenschaft für das Schreiben jedoch bald ab. 1920 erschien sein erster Roman ‚Diesseits vom Paradies‘. Während seiner Reisen nach Frankreich lernte er in Paris Ernest Hemingway kennen und vollendete dort 1925 sein berühmtestes Werk ‚Der große Gatsby‘, das sich zu Lebzeiten allerdings nicht gut verkaufte. Auch seine späteren Werke waren finanzielle Misserfolge, Fitzgerald verfiel dem Alkohol und hatte Depressionen. Ab 1937 arbeitete er als Drehbuchschreiber in Hollywood, wo er am 21. Dezember 1940 starb.

Buchinfo
„Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald, erscheinen nach Neu-Übersetzung bei dtv
Taschenbuch: 256 Seiten, € 9,90, ISBN 978-3-423-13987-8
eBook: 256 Seiten, € 8,99, ISBN 978-3-423-40718-2

Quellen
Bild+Autorenporträt: www.dtv.de /  Text (außer Autorenporträt): Susanne

 

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Ein Gedanke zu “F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby

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