Buchmesse FFM: Bücher und Begegnungen

Zwei Tage auf der Frankfurter Buchmesse liegen hinter mir. Zwei sehr ereignisreiche Tage voller Bücher und Begegnungen. Während am Freitag die Termine mit Ansprechpartnern von verschiedenen Verlagen und auch zwei Interviews geplant waren, standen am Samstag die Veranstaltungen im Vordergrund.

Gespräche mit anderen Bloggern oder Messebesuchern haben sich nur vereinzelt und kurz ergeben. Da hat das türkise Band der Aktion Buchbloggerbande nichts gebracht. Das ist ein wenig schade, aber lässt sich nicht ändern. Ich war auch einfach ziemlich fokussiert auf die bereits vereinbarten Termine und immer wieder Gespräche mit Ausstellern bzw. den Besuch von Veranstaltungen. Da habe ich mich kaum in Ruhe umgeschaut oder mich gar mal gesetzt. Für das nächste Mal sollte ich vielleicht im Vorfeld Treffen mit anderen Buchbloggern vereinbaren.

Termin 1: Frank Goldammer bei DTV

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Frank Goldammer und ich nach dem Interview

Nachdem es erstaunlicher- und erfreulicherweise bahntechnisch keinerlei Probleme gab, war ich am Freitag pünktlich 9 Uhr auf der Buchmesse. Gleich am Vormittag durfte ich mit dem neuen Stern am DTV-Autorenhimmel Frank Goldammer plaudern. Der sympathische Dresdner sprach mit mir über seinen seit 20 Jahren anhaltenden unbändigen Schreibdrang, seine Vielseitigkeit und natürlich sein aktuelles Buch „Der Angstmann“. Das Interview könnt Ihr in den nächsten Wochen natürlich hier nachlesen. Danach gabs die obligatorische Buch-Signatur, ein (leider verwackeltes) Foto und wir unterhielten uns so noch ein wenig. Sehr nett.

Im Anschluss war noch Zeit für einen Plausch mit Frau H., meiner Ansprechpartnerin bei DTV. Bloggerin Mia Bruckmann stieß ebenfalls zu uns und wir tauschten uns ein wenig aus.

Termine bei Ullstein und Aufbau

Doch 11 Uhr stand schon der nächste Termin mit Frau B. vom Ullsteinbuchverlag an. Auch sie hat sich viel Zeit für mich genommen. Natürlich haben wir über Bücher geredet, meine literarischen Vorlieben und dann gabs das iPad in die Hand mit den Vorschauen fürs kommende Frühjahr. Oh, da sind so viele schöne und interessante Bücher dabei! Ich habe bestimmt die Hälfte davon vorbestellt.

Im Anschluss hatte ich Gelegenheit ein wenig zu bummeln, bevor es zum Termin mit Frau S. beim Aufbau Verlag ging. Auch dort sind mir gleich mehrere Bücher ins Auge gesprungen, die ich bestellt habe. Und auch hier bekam ich schon eine Vorschau auf das kommende Frühjahr mit, in der ich fündig geworden bin.

Panne beim Interview mit Michael Tsokos

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Prof. Michael Tsokos bei der Buchvorstellung

Darauf folgte gleich das Interview mit Michael Tsokos bei Droemer Knaur. Ein sehr interessantes Gespräch über den Werdegang des Herrn Tsokos, logischerweise sein Buch und den Inhalt seiner Gefriertruhe. Auch dieses Interview gibt es demnächst hier zu lesen. Es war nicht ganz so entspannt wie mit Herrn Goldammer. Vielleicht fehlte die sächsische Verbundenheit. Vielleicht hatte der Rechtsmediziner auch die Nase voll von Interviews und dem ganzen Rummel. Jedenfalls wirkte er durchaus etwas gelangweilt und abgelenkt. Etwas pflichtschuldig hat er noch mein Buch signiert. Wegen einem angeblichen Folgetermin verabschiedete er sich im Anschluss auch eilends. Doch keine 10 Minuten später saß er am Nebentisch und checkte sein Handy.

Jedenfalls war ich ziemlich entsetzt als ich (unmittelbar zu Gesprächsende) feststellte, dass nichts aufgezeichnet worden war – ich hatte den Aufnahmeknopf nicht richtig gedrückt. Blöd. Blödblödblöd! Mitten hinein in meinen Schreck und meine Unsicherheit machte sich Herr Tsokos wie gesagt vom Acker. Er hatte wohl Angst, er müsse alles nochmal beantworten. So zumindest mein Eindruck. Nach einem gemeinsamen Foto habe ich wegen dem Durcheinander in meinem Kopf vergessen/verpasst zu fragen.

Ich war dann also erstmal damit beschäftigt, mir Notizen zum Gespräch zu machen, damit ich später alles nach Gedächtnis schreiben könnte. Es wird ja eh noch mal Korrektur-gelesen.

Buchentdeckungen bei Wein und Knabberkram

Den Rest des Tages besuchte ich noch die Lesung von Markus Barth und fand Gefallen an seinem Buch Soja-Steak an Vollmondwasser und ich ließ mich von Anne Weiss und Stefan Bronner an meine Kindheit als DDR-Kassettenkind erinnern. Ich bummelte weiter durch die Hallen, bis die Messe schließlich dicht machte. Es war schon deutlich weniger los und an vielen Ständen wurden die Weinpullen und Knabberkram ausgepackt. Teilweise sogar Häppchen. Beim Stand von mare griff ich wenigstens beim Wein zu. Dabei entdeckte ich am Stand echt wunderschöne Ausgaben von Arthur Conan Doyle und Jack London. Die drehen sich alle um Schiffsreisen und haben mich sofort begeistert. Natürlich habe ich mich vorgestellt und meine Karte da gelassen. Ob die Pressedame sich aber tatsächlich auf meinem Blog umschaut und mich dann kontaktiert, halte ich für fraglich. Mal sehen.

Obgleich auch am Freitag die Hallen schon voller Fachbesucher waren und keinesfalls Langeweile oder Leere herrschte, gab es am Samstag nochmal eine Besucherschippe obendrauf. Denn am Wochenende waren die Pforten für großes Publikum geöffnet. Vor allem viele Comic- und Manga-Fans nutzten das. Unzählige junge Menschen in fantasievoller Verkleidung, mal mehr mal weniger aufwändig bevölkerten die Flure und Hallen. Es herrschte das erwartete Gedränge und Geduld war gefragt, wenn man von A nach B wollte.

Promis über Promis

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Horst Lichter wartet auf den Start des Interviews

Dem Besucherstrom angemessen, standen auch am Samstag viele Veranstaltungen mit teils namhaften Autoren und Promis an. Den Anfang machte schon am Vormittag eine überaus sympathische Daniela Katzenberger, deren Gespräch mit Marco Schreyl für eine Radio-Sendung des HR1 aufgenommen wurde. Hella von Sinnen gab sich am Nachmittag die Ehre, auch der sympathische Horst Lichter war da, um sein neues Buch vorzustellen. Ganz besonders gefreut habe ich mich als Herr Lichter mich persönlich mit Handschlag begrüßte. Das war zwar dem Umstand zu verdanken, dass ich günstig neben einer Mitarbeitern seines Verlages stand, aber cool fand ich es trotzdem. Weil ich den echt mag. Und wenn er einem so schelmisch zuzwinkert, da kriegt man einfach gute Laune. Die Verlagsfrau und ich kicherten wie Schulmädchen. *g*

Dazu Naturfilmer Andreas Kieling, Moderator Oliver Geissen, Schauspieler Hardy Krüger, TV-Koch Tim Mälzer, Moderator Ralph Caspers, Sänger DJ Bobo, und und und – sie alle waren da.

Mein Highlight: Der bezaubernde Andrew Ranicki

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Hat mich begeistert: Andrew Ranicki (re)

Mein persönliches Highlight war jedoch die Begegnung mit Andrew Ranicki, dem Sohn des großen Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki. Was soll ich sagen, ich fand ihn ganz bezaubernd! Ich bin hin und weg von seiner Art und der Ausstrahlung eines etwas zerstreuten Professors, der sehr gern lacht. Nach dem Gespräch konnte ich mir nicht verkneifen, ihn anzusprechen. Klingt vielleicht blöd, aber ich wollte wissen, ob sein Vater sich auch mit dem Thema Buchblogger beschäftigt hat bzw. wenn ja, was er davon hielt, dass sich nun jeder so öffentlich über Bücher auslassen kann. Ich war allerdings nicht verwundert oder enttäuscht als er mir sagte, sein Vater habe sich mit dem Thema gar nicht beschäftigt bzw. das gar nicht wirklich registriert.

An jeder Ecke gab es Interviews, Buchvorstellungen, Aufzeichnungen für Radio und TV, Signierstunden und Lesungen. Es war für jeden Geschmack etwas dabei. An den größeren Ständen luden auch Sitzmöglichkeiten dazu ein, sich in ein Buch zu vertiefen. Verkauft wurden die Bücher allerdings erst am Sonntag – sonst wären die Hallen wohl schon am Samstagmittag leer gewesen.

Entdeckungen im Lesezelt

Für den Nachmittag wollte ich endlich auch mal ins Lesezelt schnuppern. Dort fand gerade noch eine Vorstellung von drei Büchern statt aus den Gastländern Flandern und Niederlande. Buch Nr. 1 hatte ich verpasst, aber zu Nr. 2 und 3 kam ich rechtzeitig. Fluch und Segen zugleich, weil ich beide Bücher sofort haben wollte. Dimitri Verhuelst sprach über sein Buch Die Unerwünschten in dem es um seine Kindheit in einem Kinderheim geht. Und Verlegerin Eva Cossee sprach über das Buch Vor Mitternacht von Ida Simons, das nach 50 Jahren wieder entdeckt und neu verlegt wurde.

Kulinarische Entdeckung beim Salzwerk Berlin

Aber nicht nur für das geistige, sondern auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Neben den Restaurants und Imbissen in den Fluren zwischen den Hallen, konnte man zudem (zumindest) in Halle 3.1 auch verschiedene Besonderheiten probieren. Es gab Wein und Salamispezialitäten, dazu einen Stand von Werthers Original. Mein persönlicher Favorit aber ist das Salzwerk Berlin. Mit Stein- und Meersalzen, teils angereichert mit Gewürzen oder Blüten zeigte Annett Goldschmidt, dass Salz nicht gleich Salz ist. Auch besondere Pfeffer und Paprika fehlen natürlich nicht im Sortiment.

Als es am Samstag 18.30Uhr hieß, die Messe schließt nun, war ich traurig und froh zugleich. Es gab noch so viel zu sehen, dass ich bisher nicht beachtet hatte. In die meisten Messehallen hatte ich es gar nicht erst geschafft. Aber meine schmerzenden Füße freuten sich auf die entspannte Rückfahrt ohne einen weiteren drohenden Messetag. Und all der Input, die vielen Eindrücke wollten verarbeitet werden. Und die ergatterten Bücher natürlich gelesen.

Eines steht aber fest, nächstes Jahr auf jeden Fall wieder.

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3 Gedanken zu “Buchmesse FFM: Bücher und Begegnungen

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