MoFra: Wie stehst du zu Gewalt in Büchern?

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Das Wochenende ist schon wieder rum und die neue Woche startet – zumindest bei mir hier – wettertechnisch mit blauem Himmel und Sonnenschein. Wie schön. Blogtechnisch beginnt die Woche natürlich mit der Montagsfrage von Svenja aka Buchfresserchen. Heute stellt sie eine Frage, die die liebe Elli vom Wortmagieblog sich ausgedacht hat: Wie stehst du zu Gewalt in Büchern? Magst du blutige Szenen oder lehnst du sie ab?
Das kommt natürlich zunächst einmal ganz auf das Genre an. In einem heiteren Roman oder einem Liebesroman ist Gewalt völlig fehl am Platze. Da möchte ich nichts über Gemetzel oder Schläge oder sonstige Brutalitäten lesen. Die Sache ist: ich lese kaum Liebesromane. Und heitere Romane auch nicht so oft.
Meine Lieblingsgenre Thriller und Krimi hingegen wären ohne Gewalt nicht denkbar. Wenn keiner gewalttätig wäre, würde ich das Buch vermutlich nicht lesen.
Ich bediene mich mal wieder eines Zitats von Sebastian Fitzek: „Je blutiger, desto Frau.“ Das trifft auch auf mich zu. Ein Täter darf und soll in einem Thriller oder Krimi gewalttätig, brutal und perfide sein. Ein schnöder Mord durch Erschießen oder Erdrosseln ist ja quasi Standard und beinahe schon langweilig. Mein Leserherz erfreut sich an aufgeschlitzten Bäuchen, wilden Experimenten, rausgerissenen Augen, Salz in frischen Wunden, etc.pp. Je ekliger, je grausiger, desto besser.
Wobei ein Faktor ganz wichtig, um nicht zu sagen, der Entscheidende ist: alles ist Fantasie! UND die Gewalt geht in der Regel ausschließlich vom Täter aus. Erstaunlich aber, dass ausgerechnet die Bücher mich so beeindruckt haben, wo „der Gute“ gewalttätig ist bis zum Erbrechen. Ja, die treuen Blog-Leser ahnen sicher, was jetzt kommt: der Verweis auf die Ash-Henderson-Reihe von Stuart MacBride. Eine Gewaltorgie sondergleichen, die mich total umgehauen und nachhaltig beeindruckt hat. Auch ein anderes Buch aus dem Jahr 2008 ist mir nach wie vor im Gedächtnis geblieben, weil hier der eigentlich „Gute“ sich ganz böse mit Gewalt und Folter gerächt hat. Das war „Closer“ von Donn Cortez.

Aber ich wiederhole es nochmals: das Wichtigste bei diesen Büchern ist, dass die Geschichten frei erfunden sind.

Eine andere Kategorie sind Bücher in denen es um tatsächliche Ereignisse geht. Ich lese immer mal wieder auch zeitgeschichtliche Sachen über den 1. und den 2. Weltkrieg, den Holocaust und damit verbunden die Konzentrations- und Vernichtungslager, über persönliche Schicksale in denen auch häufig Gewalt eine Rolle spielt oder Tatsachenberichte von Rechtsmedizinern. Die hier geschilderte Gewalt macht mich traurig und wütend, sie berührt mich zutiefst und bisweilen wird mir davon übel. Hier geht es mir sehr nahe, weil es eben nicht ausgedacht ist, sondern tatsächlich geschehen.

Klar kann man sich jetzt fragen, warum man sowas überhaupt liest, wenn es einen so aufwühlt und so furchtbar ist. Bei den zeitgeschichtlichen Sachen geht es mir darum nicht zu vergessen. Gerade in der aktuellen Zeit finde ich es wichtig, mich daran zu erinnern, dass man Menschen mit anderem Glauben, anderen Lebensweisen, anderem Aussehen und anderem Was-auch-immer nicht verurteilen/ausgrenzen/verfolgen und schon gar nicht ihnen Gewalt antun darf. Bei persönlichen Schicksalen ist es die Hoffnung zu lesen, dass der/die Betroffene daran nicht zerbrochen ist. Und auch die Intention, dem Autor, dadurch dass ich das Buch lese, zu vermitteln, ich interessiere mich für dich und deine Geschichte.

Eigentlich sollte es unnötig sein, aber ich erwähne der Ordnung halber dennoch, dass ich ein friedliebender Mensch bin, dem Gewalt in der Realität zuwider ist. Wie wütend und verletzt man auch ist und wie sehr ich auch verstehen kann, dass man den Tod eines lieben Menschen vielleicht rächen will, aber: Gewalt ist maximal in einer Notsituation in der das eigene Leben bedroht ist eine Option. In allen anderen Fällen geht sie gar nicht.

Wie seht Ihr das? Verabscheut Ihr generell Gewalt in Büchern? Oder ist nur ein gewalttätiges Buch ein gutes Buch?
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