MoFra: Magst/liest du Gedichte?

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Und wieder ein Wochenanfang. Morgen soll sogar Sommeranfang sein. Lt. Kalender zumindest. Mal sehen ob das Wetter das dann auch so sieht.;)  Aber unabhängig vom Wetter gilt es heute erst einmal wieder die Montagsfrage zu beantworten. Diese wird allwöchentlich von Svenja aka Buchfresserchen gestellt. Heute möchte sie wissen, ob ich Gedichte/Gedichtbände mag und lese.

Ich mag Gedichte. Lese zwar wenig, aber ja, hin und wieder schon. Das geht vielleicht ohnehin jedem so, der selbst welche geschrieben hat oder noch schreibt.
Früher mochte ich Heinrich Heine sehr gerne. Das ist aber zugegeben schon viele viele Jahre her – da war ich noch Teenager. Ich fand seine Gedichte so schön ironisch.

In den letzten Jahren allerdings bin ich ein Fan von Mascha Kaleko geworden. Diese bodenständige Frau, die so viel in ihren Gedichten vereint: feine Ironie, Charme, Alltägliches, Witz, Melancholie, Trauer, Romantik, Sehnsucht. Mein liebstes Gedicht – nicht nur von ihr sondern generell – ist „Memento“. Es ist so traurig wie banal und wahr, wenn es dort heißt

„… den eignen Tod, den stirbt man nur,

doch mit dem Tod der andern muss man leben.“

Dieses Gedicht habe ich mir vor einigen Jahren ausgedruckt und es steckt abwechselnd in meiner Postkartenwand und im Gedichtband „Mein Lied geht weiter“ von Kaleko. Aber auch viele andere Gedichte von ihr gefallen mir sehr. „Der Eremit“ zum Beispiel oder „Ansprache eines Bücherwurms“ oder „Letztes Lied“ oder „Mein schönestes Gedicht“ oder oder oder… in dem eben genannten Gedichtband sind so viele schöne Gedichte von Kaleko drin, dass ich Euch nur empfehlen kann, ihn zu kaufen. Ich nehme ihn immer wieder zwischendurch zur Hand seit ich ihn besitze. Es ist eines meiner wichtigsten Bücher, stell ich jetzt beim Schreiben gerade fest.
Leider darf man aus keinem der Gedichte zitieren oder sie gar komplett ins Netz schreiben, weil das Copyright so streng ist. (Ich weiß noch, ich durfte seinerzeit nicht mal im Rahmen meiner Rezension etwas zitieren.) Ich persönlich finde das schade, weil Gedichte doch geschrieben werden, damit man sie liest.

Alle oben genannten Gedichte sind trotzdem im Netz zu finden – eine Verlinkung habe ich aber bewusst nicht eingefügt. Oder zumindest nur für ein Gedicht, weil das eine autorisierte vertonte Version ist, die mir gerade sehr nahe gegangen ist.

Auch einige (deutsche) Zeilen aus dem Funeral Blues von Wystan Hugh Auden tanzen mir immer wieder durch den Kopf:

„Er war mein Nord, mein Süd, mein Ost und West,
meine Arbeitswoche und mein Sonntagsfest.
Mein Wort, mein Lied, mein Tag, meine Nacht;

ich dachte Liebe wäret ewig: ich habe falsch gedacht.“

(Viele kennen das glaube ich aus „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, den ich aber nie gesehen habe. Ich weiß nicht einmal wo ich es her habe.) Es gibt hier verschiedene Übersetzungen. Das ist die die ich im Kopf habe, die ich so aber nirgendwo im Netz finde. Daher mein Link zur Original-Version, die mir auch sehr gefällt.

Und ein Gedicht habe ich aus der Serie „Criminal Minds“. Im Vorspann und Abspann werden dort gerne mal Zitate bemüht und eines hat mich auf das Gedicht von Robert Frost gebracht:„Stopping by woods on an Snowy Evening“

„Der Wald ist schwarz und lieblich nun.
Was ich versprochen, muß ich tun,
und Meilen gehn, dann kann ich ruhn,
und Meilen gehn, dann kann ich ruhn.“

Auch hier lieber der Link zur Original-Version, da es unterschiedliche deutsche Übersetzungen gibt.

 

Wie steht Ihr zu Gedichten und Gedichtbänden? Was sind Eure Lieblingsgedichte?

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4 Gedanken zu “MoFra: Magst/liest du Gedichte?

  1. Es ist witzig und schön. Beim Stöbern durch die Links zu dieser Montagsfrage habe ich in einem Blog die englischen Zeilen und hier bei Dir nun eine deutsche Übersetzung von Wystan Hugh Auden gefunden. Die sind auch wirklich gelungen. Mir gefällt sowas auch unglaublich gut.

    Gefällt 1 Person

  2. Zitieren: Ich finde das bei vielen Antworten der Montagsfrage schade, weil vermutlich mehr Gedichte aufgegriffen worden 😦 Aber leider „zitieren“ manche Menschen nicht, um Kunst zu genießen, sondern um damit Geld zu verdienen. Hast du damals beim Verlag nachgefragt, ob das über das „Zitatrecht“ machbar ist?

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Evy, ja, ich habe seinerzeit beim Verlag angefragt und wurde auch an den Rechteinhaber verwiesen. Selbiger hat mir dann mitgeteilt, dass er keine Genehmigung erteilt. Begründung: Es schwirren schon lauter ungenehmigte MK-Zitate im Internet rum, gegen die er angehen müsse, da könne er jetzt nicht eine Genehmigung geben. Außerdem würden die 2 Strophen des (von mir angefragten) Gedichtes über ein Zitat hinaus gehen.
      Ich gebe zu, ich habe mich da schon geärgert. Denn mir lag es einfach am Herzen das Gedicht, das mir am besten gefallen hat, auch den Lesern zu zeigen und sie so für MK zu interessieren. Aber natürlich sehe ich auch, dass es genügend Menschen gibt, die sich um Rechte nicht scheren. Das ist sehr schade.
      Liebe Grüße Sanne

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